Kombi-KUP

Das Kombi-KUP-Verfahren ist ein neuartiges Anbauverfahren für Kurzumtriebsplantagen & Agroforst. Hauptunterschied zum Energiewald bzw. der klassischen KUP als Energielieferant, ist die zusätzliche und gleichzeitige Produktion von höherwertigem Stamm-/ Wertholz auf der gleichen Fläche.

Die von WALD21 entwickelte und EU-weit patentierte Kombi-KUP führt zu einem signifikanten Mehr an Zuwachs, Wirtschaftlichkeit, Ökosystemdienstleistung – und nicht zuletzt auch Klimaschutz. Denn analog Wald und Boden ist die CO2-Senkeleistung der Kombi-KUP, im Gegensatz zur landwirtschaftlichen Energiepflanzenproduktion, anrechenbar: mit ca. 20-25t / COpro ha und Jahr.

Das Anbauverfahren

Ziel der Kombi-KUP ist die Parallelproduktion von Stammholz und Energieholz auf einer Fläche. Die Kombi-KUP nutzt drei aus Forst- und KUP-Bewirtschaftung bekannte Naturprinzipien:

  1. den aus der KUP bekannten Stockausschlag – Einmal pflanzen, mehrfach ernten.
  2. den anfänglich exponentiellen Zuwachs
  3. die Selbsterziehung der Bäume untereinander

Ein wesentlicher Unterschied zur klassischen KUP: Es handelt sich um eine stufenweise Ernte. So verbleiben bei der ersten Ernte zunächst ca. 10 Prozent der Bäume als Z-Bäume auf der Fläche. Z-Bäume und Wiederaustrieb bilden in der Folge zwei Wuchs- und Produktionsebenen, wodurch das Flächenpotential besser ausgenützt wird.

 

In der empfohlenen Ausführungsform
Anzahl Bäume
4.000 / Hektar
Baumart/Pappel
Zur Stammholzproduktion geeignete standortgerechte Sorten
Pflanzverband
2,5m Reihenabstand bzw. 1m in der Reihe
Z-Baumreihe
jede zweite Pflanzreihe
Zielbestand
2. Ernte 400 Z-Bäume; 3. Ernte (Z-Baumernte) 200 Z-Bäume
Ernterhythmus
1. Ernte: 6 bis 8 Jahre; 2. Ernte 12 bis 14 Jahre; 3. Ernte 18 bis 20 Jahre (analog mittlerer Umtrieb)
Fördermaßnahmen
Stellvertreterabgleich (MHD) 2-4m); Astung Z-Bäume (erste Umtriebszeit)

Die zuletzt genannten Maßnahmen sind nicht verpflichtend, aber oft einfach umsetzbar und wirtschaftlich absolut empfehlenswert. Die Fragen WAS, WIE und OB sprengen allerdings den Rahmen unseres Internetauftritts – wir beraten aber gerne.

Zuwachs  

Die Zuwächse der Kombi-KUP liegen um schätzungsweise 10% bis 50% über den Erträgen einer klassischen KUP (kurzer /mittlerer/langer Umtrieb). Dies ist auch nicht verwunderlich, werden doch hier die Vorteile der kürzeren Umtriebszeiten mit einem im Alter exponentiellen Wachstum der Pappel kombiniert. Dies betrifft die Z-Bäume, die als Überhälter durchwachsen können. Ein Teil der Bäume muss also nicht wie üblich nach der Ernte erst wieder von Neuem loslegen. Auch wird der Lichtraum (Photosynthesepotential) durch ein Wachstum auf „zwei Ebenen“ besser ausgenützt.

Zur ersten Ernte  nach 6-8 Jahren verbleiben zunächst 400 Bäume pro Hektar auf der Fläche. Die Erntemenge an Energieholz beträgt ca. 80-85 % im Vergleich zur klassischen KUP. Der Kronenraum pro Überhälter wächst damit auf durchschnittlich 25qm. Nach insgesamt 12-14 Jahren wird der BHD der Z-Bäume bereits auf durchschnittlich 22-28 cm anwachsen.

Bei Entnahme von 50 % der Bäume zur zweiten Ernte kann also neben dem Energieholz aus dem Wiederaustrieb ein Großteil des Holzes bereits als Industriestammholz vermarktet werden. 

Zur Z-Baumernte nach spätestens 20 Jahren KUP beträgt der durchschnittliche BHD der Z-Bäume 35cm-40cm. Ca. 55 % – 65 % des Gesamtzuwachses der KUP über 20 Jahre wird dann auf 200 Z-Bäume entfallen; und ein Großteil davon als Wertholz zur Vermarkung anstehen.

Die positive Auswirkung dieser gestuften Ernte auf die Wirtschaftlichkeit ist erheblich.

Verpackungsholz

Wirtschaftlichkeit   

Das ANBAUVERFAHREN der Kombi-KUP hat einen erheblich positiven Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit im Vergleich zur klassischen KUP (siehe Wirtschaftlichkeit KUP).

Hauptgründe liegen im Ernteprozess (1) sowie in der Verkaufsmöglichkeit des Stammholzes (2).

(1) Wird zur ersten Ernte noch ausschließlich Energieholz geerntet, greift mit der 2ten und 3ten Ernte und Einschlag des Industrie- bzw. Stammwertholzes das sogenannte Stückmassegesetz. Dies besagt je dicker der Stamm und je weniger Stämme zu ernten sind, desto niedriger sind die proportionalen Erntekosten. Dieser Effekt greift bei der Kombi-KUP immer und unabhängig von der Vermarktung.

(2) Stammholz als Industrie-/ Wertholz wird frei Feldrand vermarktet. Bei der Energieholzproduktion entstehen 30 % – 40 % der Kosten beim Hacken sowie durch die Logistik vom Feldrand zum Lager/Abnehmer. Dieser Kostenblock entfällt folglich für Stammholz.

Stoffliche Nutzung – der Markt für Pappelstammholz

 

Ca. 10 % des deutschen Holzeinschlags geht in Verpackungsholz. Papierholz und Anwendungen im Bau sowie der Bioökonomie treten hinzu. Der Markt für Pappelstammholz ist riesig. Und die Nachfrage wächst mit dem Preisanstieg und Verknappung von Nadelholz.

Die auf diesen Märkten gezahlten Preise für Stammholz (siehe link KUP Wirtschaftlichkeit KUP Marktpreise) liegen weit über dem von Energieholz! Was viele nicht wissen: in Europa wie weltweit gesehen ist die Pappel eine der am meisten angebauten Nutzhölzer.

p

Hinweis:

Aufgrund des Überangebots an Nadelholz in Deutschland in den letzten Jahrzehnten und der Überalterung nahezu aller Pappelbestände (fauler, zu dicker Stamm) hat die Pappel bislang in Deutschland einen zu Unrecht schlechten Ruf.

Blindholz aus Pappel

Kombi-KUP im Agroforst

Ideal eignet sich die Kombi-KUP im Agroforst oder als (Wind-) Erosionsschutzstreifen, am Gewässerrand oder in der Weidehaltung, denn durch die stufige Beerntung werden Schutzwirkung und Ökosystemdienstleistung erhöht. Vorteile gegenüber der klassischen KUP ergeben sich im Agroforst aufgrund des höheren Lichteinfalls und einhergehenden höheren Zuwächsen. Da man bis zur Z-Baumernte ggf. nicht auf die maximale Umtriebszeit der KUP (20 Jahren) begrenzt ist, steigen zudem BHD und Wertholzmenge der Z-Bäume – und nicht zu vergessen die Klimaschutzwirkung.

Kombi-KUP und Mittlerer Umtrieb

Eine Bewirtschaftung als Kombi-KUP ist optional zum mittleren Umtrieb. Nur Energieholz oder zusätzlich auch Stammholz – man halt also die Wahl.:

Wer bei der Flächenplanung darauf achtet (Pflanzverband und Pappelsorten), kann abhängig von der Wüchsigkeit der Fläche in den ersten 2-3 Jahren bzw. nach jeder Ernte neu entscheiden, ob er zunächst eine Bewirtschaftung im mittleren Umtrieb vornehmen will, oder direkt in die Stammholzproduktion einsteigt.

Gleichfalls lassen sich KUP-Flächen aus dem mittleren Umtrieb bei entsprechendem Wuchs und Pappelsorte unter bestimmten Voraussetzungen in eine Kombi-KUP umwandeln. Für viele ältere KUP-Flächen ist das eine prima Option.

Kombi-KUP und Klimaschutz

Analog Wald und Boden ist die CO2-Senkeleistung der Kombi-KUP, gemäß LULUCF anrechenbar. Dies ist ein wesentlicher Unterschied zur landwirtschaftlichen Energiepflanzen-Produktion, wie auch der klassischen KUP, die kein CO2-Speicher aufbaut oder CO2-Kompensation gem. LULUCF ermöglicht.

Die CO2-Speicherung der Kombi-KUP pro Hektar und Jahr beträgt 20-25t . Sie ist damit dreimal höher als der durchschnittliche Wald und 20mal höher als bei Humusaufbau im Boden.

Das Gesamtpotential als Senke & Speicher – unerhörte 2 Prozent unserer heutigen deutschen CO2-Emissionen.

Ausführlich hierzu Klimaschutz durch Agroforst & KUP