Kurzumtriebsplantagen – Warum? Die Stärken der KUP

Was sind die Vorteile einer Kurzumtriebsplantage und warum ist sie zukunftsweisend? Wer die Landschaft verändert, die konventionelle Landwirtschaft verbessern will, braucht Antworten – betriebswirtschaftlich, ökologisch und für jedermann.

Definition Kurzumtriebsplantage

Kurzumtriebsplantagen (KUP), Energiewald oder Agrarholz bezeichnen alle dasselbe: den Anbau von schnellwachsenden Bäumen auf Ackerflächen als Form der landwirtschaftlichen Nutzung (kein Wald!). Produziert wird Energieholz und nun auch Stammholz. Das ist NEU!

Die Wuchsleistung der angebauten Bäume wie Weide und Pappel ist dabei deutlich höher als bei normalen Waldbäumen. Sie können je nach Anbauverfahren bereits nach 3-5 Jahren geerntet werden und erreichen in dieser Zeit Höhen von knapp 10 m. Nach der Ernte schlagen die Bäume wieder aus. Man kann also mehrmals ernten, ohne wieder neu pflanzen zu müssen. Im Anbau dieser sehr sanften Form der Landwirtschaft wird weitgehend auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln bzw. Mineraldünger verzichtet.

Vorteile aus Sicht des Landwirts

Dachte man als Landwirt bei KUP bislang nur an Energieholz und Versorgungssicherheit für die eigene, meist kleine Hackschnitzelheizung, sieht man heute weit mehr für die Landwirtschaft wichtige Themen, die auch adressiert werden. So leistet die KUP einen Beitrag zum Humusaufbau, sorgt für mehr Bodenleben und eine Verringerung des Nitrateintrags. Zudem führt der streifenweise Anbau im Agroforst zum Erosionsschutz, einer Verbesserung des Mikroklimas oder auch einem mehr an Tierschutz im Hühnerauslauf, um nur einige Dinge aufzugreifen.

Wirklich NEU ist aber: mit KUP kann eben nicht nur Energie am Acker produziert werden, sondern mit Stammholz ein echter NAWARO für die BioÖkonomie: vom Verpackungsholz über die Spanplatte bis hin zu Biopolymer – und damit für den Landwirt eine höhere Wertschöpfung.

Auch die Zukunftsaussichten für die Energetische Nutzung sind vielversprechend. Die Stichworte sind das Klimapaket 2020 und die Einführung der CO2-Abgabe inkl. Abwrackprämie für Ölheizungen (45 % Zuschuss) sowie das Thema CO2-Senke und Kompensation bzw. für Landwirte der Zertifikatehandel.

Mehr zum Thema WIRTSCHAFTLICHKEIT KUP.

Volkswirtschaft und KUP (energetisch und stofflich)

 

 

Die Grafik „Bioenergie im Vergleich“ oben zeigt überdeutlich die immensen volkswirtschaftlichen Kosten der unterschiedlichen Ausbaupfade in der Bioenergie.

Während sich der Ersatz von Öl-Heizkesseln durch Pellets- oder Hackschnitzelkessel wie von selber zahlt, legen wir als Staat für den Bioethanoleinsatz über 400 EUR für eine Tonne CO2-Vermeidung drauf. 6 Mrd. EUR kostet mittlerweile die EEG-Zulage für Biogasanlagen pro Jahr ohne zu einer substantiellen saisonalen Flexibiliserung der Stromproduktion zu führen. Viel Geld und mehr als die jährliche Ararsubvention aus Brüssel!

Was aber allen Energiepflanzen fehlt ist die stoffliche Nutzung vorab (Kaskadennutzung). Denn Holz stofflich genutzt führt zunächst nicht nur zu CO2 Speicherung, sondern eben auch zu einer signifikanten zusätzlichen volkswirtschaftlichen Wertschöpfung. Mit der Kombi-KUP und dem Anbau von Stammholz auf KUP-Flächen ist dies keine Illusion. Will man in Zukunft eine Green Economy und echte Bioökonomie, ist zudem eine stoffliche Nutzung von NAWAROs unumgänglich; ideal mit heimischen Rohstoffen. Gemäß Cluster Forst-Holz beträgt die Wertschöpfung den 20-fachen Wert des Holzes. Die KUP wäre damit ein echter volkswirtschaftlicher Trumpf im Ärmel.

Mehr über STOFFLICHE NUTZUNG VON PAPPELHOLZ

Umwelt und Klimaschutz

Da wir diesem bedeutsamen Thema ein eigenes Kapitel gewidmet haben, an dieser Stelle nur soviel: Agroforst und Kurzumtriebsplantagen gelten heute neben der Wiedervernässung von Moorflächen und noch vor dem Thema Humusaufbau als eine der größten Stellschrauben im Kampf für den Klimaschutz in der Landwirtschaft. Sogar die vielbeschworene Anrechnung als Co2-Senke ist möglich.

Aber auch in anderen Themen rund um die Umwelt wie Wasserschutz, Humusaufbau, Erosionsschutz, Biotopvernetzung, Artenvielfalt ist vieles hinlänglich erforscht, untersucht und geprüft. Mit Blick auf die vielfältigen Hinweise und Erläuterungen werden Sie verwundert fragen: warum gibt es nicht schon viel mehr davon? Wir sind zuversichtlich, dassdie Zeit reif ist und freuen uns auf Ihr Feedback.